Die Werkstatt in leichter Sprache

 

 

Die Nahe-Hunsrück-Werkstätten der

Lebenshilfe Obere Nahe gGmbH

 

Die Nahe-Hunsrück-Werkstatt ist eine Werkstatt für behinderte Menschen (kurz: WfbM). Zu den Nahe-Hunsrück-Werkstätten wird oft auch nur Lebenshilfe gesagt. Die Werkstätten sind an drei Standorten. Sie bieten Arbeit für behinderte Menschen an. Das ist unsere große Werkstatt in Göttschied mit 180 Arbeitsplätzen. Außerdem unsere Zweigwerkstatt in Weierbach mit 60 Arbeitsplätzen und unsere Betriebsstätte am Bahnhof mit 30 Arbeitsplätzen.

 Die Hauptwerkstatt in Göttschied

Die Zweigwerkstatt in Weierbach

 

Die Betriebsstätte

 

Wenn Sie sich für einen Arbeitsplatz in einer WfbM interessieren, gibt es eine Stelle, die sie beraten kann: die Reha-Beratung der Bundesagentur für Arbeit. Dort erfahren Sie auch, ob die WfbM für sie geeignet ist.
Es muss dann eine Stelle gesucht werden, die den Werkstatt-Platz bezahlt. Das kann einige Zeit dauern. Es muss geklärt werden, wie leistungsfähig Sie sind, welche Einschränkungen ihre Behinderung mit sich bringt oder ob Sie pflegebedürftig sind.

 

 

Sind alle diese Fragen geklärt und Sie haben eine Kostenzusage für eine WfbM, können Sie entscheiden, in welcher WfbM Sie arbeiten möchten.

 

Entscheiden Sie sich für unsere WfbM, meldet sich unser Begleitender Dienst bei Ihnen.
Wir benötigen verschiedene Unterlagen und Sie bekommen von uns alle wichtigen Informationen für den ersten Arbeitstag. So zum Beispiel wann und wo die Busse abfahren, die Sie zu uns in die WfbM bringen.
Sie können vorher auch ein Praktikum in unserer Werkstatt machen.
Am ersten Arbeitstag kümmert sich ein Betreuer um Sie und zeigt Ihnen ihren Spind, ihren ersten Gruppenraum und wann und wo Sie ihre Pausen machen können.
Die ersten drei Monate in der WfbM nennt man Eingangsverfahren. In der Zeit lernen Sie die WfbM kennen. Sie können sich an den Tagesablauf gewöhnen und herausfinden, welche Arbeiten Ihnen Spaß machen. Im Eingangverfahren ist ein/e Betreuer/-in für Sie zuständig, der/die Sie bei der Arbeit anleitet.
Nach den ersten drei Monaten wird mit Ihnen ein Plan geschrieben. Diesen Plan nennt man Teilhabeplan. Der wird immer wieder neu geschrieben. In dem Plan steht drin:
-        was Sie arbeiten können,
-        was sie gerne arbeiten möchten,
-        welche beruflichen Ziele Sie haben,
-        wo sie Hilfe brauchen,
-        wie wir Ihnen helfen können, sich zu verbessern und
-        welche Fortschritte Sie gemacht haben.
   Nach den drei Monaten haben Sie schon viel gesehen und gelernt. Wenn die drei Monate gut gelaufen sind, kommen Sie in den  Berufsbildungsbereich (BBB). Der BBB dauert normalerweise zwei Jahre. In dieser Zeit lernen Sie noch mehr Arbeiten in der WfbM kennen. Sie arbeiten vielleicht mit Werkzeugen, Maschinen und Transportgeräten. Sie richten einen Arbeitsplatz ein, beachten die Arbeitssicherheit, Montieren, Verpacken und Sortieren.
  Es gibt sehr unterschiedliche Arbeitsbereiche in der Nahe-Hunsrück-Werkstatt:

Montage von Autoteilen

 

Montage von Kochtöpfen

 

In der Gruppe Landschaftspflege mähen Sie Rasen, schneiden Hecken und Bäume, säubern Grundstücke. pflanzen Blumen und Vieles mehr.

Landschaftspfleger bei der Arbeit

 

In der Küche helfen Sie bei der Essenzubereitung, Sie spülen  und sorgen für Sauberkeit in den Räumen. 

 

Hier wird Pizza vorbereitet.

 

In der Gruppe Textilpflege reinigen, bügeln und mangeln Sie Berufs- und Privatwäsche.

 

 

Sie können Praktika in allen Bereichen der WfbM machen. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Praktikum in einer Firma außerhalb der WfbM zu machen. Das können Sie machen, wenn Sie die entsprechenden Fähigkeiten haben.

Am Computer beüben wir Lesen, Schreiben, Rechnen, Gedächtnis, Reaktion. Natürlich bleibt auch Zeit für Computerspiele.

 

 

Aber in der WfbM wird nicht nur gearbeitet. Sie lernen in der Werkstatt auch Dinge, die für ihr weiteres Leben wichtig sind: Wie kann ich selbständiger werden, auch zu Hause? Wie gestalte ich meine Freizeit? Was bedeutet meine Behinderung für mich?  Wie erhalte ich Freundschaften? Wie vermeide ich Streit oder kann ihn lösen? 

Auch um solche Fragen kümmern wir uns in der WfbM.
Hilfe in solchen Fragen bietet unser Begleitender Dienst.
Zu unseren Leistungen gehören auch:
-        Arbeitsbegleitende Maßnahmen (ABM), zum Beispiel Schwimmen und Kegeln.
-        Regelmäßiger Sportunterricht
-        Seminare zu bestimmten Themen, z.B. „was ist das persönliche Budget?“     
Einmal im Jahr eine Freizeitmaßnahme

 

Freizeit in Belgien

 Nach dem Berufsbildungsbereich können Sie fest in die WfbM übernommen werden, in einen Arbeitsbereich. Wir klären gemeinsam mit Ihnen, gegebenenfalls mit ihren Eltern oder einem gesetzlichem Betreuer, wo Sie zukünftig ihren Arbeitsplatz finden. Natürlich stehen dabei ihre Interessen und Fähigkeiten im Vordergrund.
 
Es ist auch möglich, auf einem Außen-Arbeitsplatz zu arbeiten. Man arbeitet dann in einer Firma, wird aber weiter über die WfbM betreut. Dies kann nur gelingen, wenn Sie zuverlässig sind und wenn wir einen guten Arbeitsplatz finden.
Wir haben bei der Firma Leysser in Georg-Weierbach eine Außen-Arbeitsgruppe. Dort arbeiten zurzeit sieben Werkstatt-Beschäftigte in der Firma und werden von einem Betreuer angeleitet.
In seltenen Fällen übernimmt die Firma einen Praktikanten aus der WfbM. Dies nennt man dann „Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt“.
Unsere Arbeitsgebiete:
1.              Montage/Verpackung
2.              Metallverarbeitung
3.              Textilpflege
4.              Großküche
5.              Landschaftspflege
6.              Büro/Zentrale
7.              Fahrdienst
8.              Buchbinderei
9.              Service-Team
 
Bezahlung
Die Bezahlung in unserer WfbM erfolgt nach einem festgelegten Lohnsystem.
Berufsbildungsbereich:
-        Ausbildungsgeld (zurzeit 75€) von der Agentur für Arbeit oder
-        Übergangsgeld von der Rentenversicherung (wenn sie vorher über einen bestimmten Zeitraum gearbeitet haben.
 
Arbeitsbereich:
-        Grundlohn (75€) und
-         ein Steigerungslohn, der sich nach ihren Arbeitsleistungen richtet.
-         Dazu Arbeitsförderungsgeld 26€.
Bezieher von Renten können bis zu einem bestimmten Betrag dazu verdienen ohne Abzug.
Reicht der Lohn nicht zum Lebensunterhalt aus, kann man Geld bei verschiedenen Stellen beantragen. (Grundsicherungsleistungen nach Sozialgesetzbuch II oder Sozialgesetzbuch XII)
Genaueres bitte über unseren Begleitenden Dienst in Erfahrung bringen.
 
Begleitende Dienste:
Frau Andrea Zahn 06781-20288 (Hauptwerkstatt)
 
Frau Lisa Helm 06781-20251 (Hauptwerkstatt)
 
Frau Nadine Prinz 06784-9003014
(Zweigwerkstatt, Betriebsstätte,
Außenarbeitsgruppe)